Buchbinden in der Kölner VHS
Vier von zehn Termine liegen hinter uns und ich bin Fan geworden. Die Buchbinderei ist Basteln auf hohem Niveau, unsere Kursleiterin eine begeisterte und begeisterungsfähige Buchbindemeisterin und unsere Kohorte klein und witzig. Und ich habe erste Ergebnisse vorzuweisen.
Wir haben bisher aus Makulaturpapier ein kleines Notizheftchen geklebt und für einen weiteren Notizblock einen Einband hergestellt. Das heißt Schneiden an der Pappschere (die VHS hat eine toll Ausstattung, u.a. eine Robust-Pappschere auf massivem Gusstisch), Papier und Buchbinder-Gewebe zuschneiden und kleben (inklusive eigene Mischen aus Kleber, Kleister und Wasser herstellen) und Details wie der richtige Umgang mit dem Falzbein, vorsichtiges Bearbeiten der Buchecken und Kleben des Buchspiegels.
Gerade arbeiten wir an einer japanischen Bindung. Was soll ich sagen … das macht schon alles derbe Spaß. Und verzahnt sich gut mit meinen anderen Kreativ-Interessen, vor allem den Zines. Indie-Publishing und Indie-Buchbinden? Ja, in die Richtung kann es gerne weitergehen!
Passend dazu bietet die Kölner Stadtbibliothek eine kleine, aber feine Kollektion zum Thema; gerade arbeite ich mich ja durch Schachtel, Mappe, Bucheinband: Die leicht antiquierte, deutliche, aber deswegen nicht weniger liebenswerte Sprache des Schweizer Papier-Ikonen Franz Zeier ist eine große Freude und dass er das Buch auch noch selber illustriert hat, macht es zu einem Klassiker.
Na ja, und so ein Kurs ist ja auch eine wunderbare Ausrede für etwas neue Ausrüstung: Teflon-Falzbein für Falze ohne Glänzen, eine gute Schere, Garn und Faden, Stechzirkel, Schürze.
Zwei Wochen Ferien-bedingte Pause und dann wird wieder gebuchbindert.