OV-Treffen von Die Linke Köln-Kalk
Ich war heute zum Onboarding für Interessierte und Neumitglieder und dem sich anschließenden Treffen des Ortsverbandes (OV) von Die Linke Köln-Kalk. Es war ein spannender und spaßiger Abend!
Ich bin zwar noch kein Parteimitglied, aber spätestens nach diesem Abend ist die Entscheidung gefallen. Das liegt maßgeblich daran, dass Die Linke sich in einer Zeit, in der ich mich verstärkt frage, ob unsere politischen Entscheidungsträger:innen denn alle Lack gesoffen haben, für die Themen stark macht, bei denen so viele andere so tun, als wäre ihre Nichtberücksichtigung oder Abschaffung eine gottgegebene Notwendigkeit: bezahlbarer Wohnraum, soziale Gerechtigkeit, Antimilitarismus, Klimaschutz und klare Kante gegen Rechts. Ansetzen an der Basis, Suffizienz, langfristiges Denken. Keine aus der Hüfte geschossene Symbolpolitik.
Ganz abgesehen von der politischen Dimension empfinde ich die Schnittmenge von linken Menschen und Menschen, deren Schaffen und Werdegang mich interessiert, als angenehm groß. Auch heute Abend habe ich wieder so viele spannende, zugewandte Menschen kennengelernt, die ganz ohne ideologische Verblendung einfach für die gute Sache kämpfen wollen. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen, Leute setzten sich in der Pause zu mir, sprachen mich nach dem Ende der Sitzung an, ich wurde in Signal-Gruppen aufgenommen und in die AG-Arbeit integriert. Dass der OV Kalk über eine nicht zu vernachlässigende Zahl von Menschen mit Wurzeln in den neuen Bundesländern verfügt, hat dem ersten Kennenlernen auch nicht geschadet.
Inhaltlich wurde eine enorme Breite geboten. Die Mitglieder der Bezirksvertretung berichteten von Neuigkeiten in Kalk, die Organisatoren der Hitze-Aktionen von ihren Interaktionen mit Menschen auf der Straße bei 35°C. Es ging um die DGB-Kundgebungen gegen den Sozialabbau in 15 Städten am 26.9. und wie man sich für einen Platz im Bus anmelden kann. Noch viele weitere Termine wurden vorgestellt, beschlossen und abgestimmt. Der September wird voll! Die Wahlen in Sachsen-Anhalt, MeckPomm und Berlin werfen ihre Schatten voraus.
Natürlich war meine größte Sorge im Vorfeld als Hochstapler enttarnt zu werden. Zum Beispiel indem meine mangelnde Lektüre von linken Schriften aufflog. Oder ich einen Marx-Witz nicht verstand. Oder nicht den richtigen Klassenkampf-Begriff verwendete. Alles Quatsch! Doppelt quotierte Redeliste. Nachfragen explizit erwünscht. Wenig bis gar kein Jargon. Die Anwesenden taten viel für die Inklusion. Der Mensch, dem ich meine Bedenken mitteilte, als er mir gerade die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Sozialistische Alternative in die Hand drückte, riet mir nur ganz entspannt: Kapital lesen und der Rest kommt dann schon.
Nach der Pause ging es in die AGs (Arbeitsgemeinschaften), wo in Kleingruppen zu spezifischen Themen gearbeitet wurde. Die Ergebnisse wurden im Anschluss besprochen.
Der Termin-Block am Ende machte mir noch einmal klar: Langeweile muss man als Parteimitglied nicht haben. Eher im Gegenteil. Ich werde mir die Kräfte einteilen müssen, damit das ein längerfristiges Engagement wird. Aber jetzt überwiegt erst einmal das Gefühl willkommen und gewollt zu sein! Im Gespräch sagte einer zu mir, dass er seit Parteieintritt kein Problem mehr mit mangelnder Selbstwirksamkeit hat.
Der OV trifft sich jeden zweiten Dienstag (2. und 4. im Monat) im Naturfreundehaus Köln-Kalk von 19:00 bis ca. 21:00.