Leipzig 2026

Ost-Ampelmännchen. Die zunehmende Dichte an Autos mit Kennzeichen L. Ein neuer Singsang in der Stimme. Toto, I don’t think we’re in Köln anymore. Ich bin in meiner Heimastadt. Eine lose Sammlung von Eindrücken.


Ich komme kurz nach 6 Uhr morgens an und die Innenstadt ist geschäftig aber noch e weng verschlafen. Ich streife etwas durch die Straßen innerhalb des Innenstadtrings. An einem Haus hängt ein Transparent: Weltoffene Hochschulen, weltoffenes Sachsen.

Fickt euch, AfD!

Ein weiteres Transparent am Alten Rathaus berichtet davon, dass die Dauerausstellungen der städtischen Museen für alle kostenlos sind. Sehr fein! Das sind:


Frühstück für Champions: Kaffee und Eijorschegge (säggs’sch für Eierschecke).


Fausts Schuh vor Auerbachs Keller den Schuh reiben. Bringt Glück! Der Regen nervt, aber die Leipziger Innenstadt lässt sich dank der zahlreichen Passagen auch bei Sauwetter fast trocken durchwandern.


Schön, dass es Ross Sinclair’s Real Life …eine Anleitung an der Rückseite des Kaffeehauses Riquet noch gibt. Das hat mich als Kind schon fasziniert. Auf 13 × 10 m steht dort geschrieben:

Du sollst / nicht

  1. deinen Pass verbrennen
  2. Geographie vernichten
  3. Staatenlosigkeit annehmen
  4. Staatsbürgerschaft ablehnen
  5. Ländergrenzen sprengen
  6. Nationen abschaffen
  7. Kontinente ignorieren
  8. Städte auflösen
  9. Republiken aufgeben
  10. dich separieren!

Ein Besuch bei Charlottes Geisterrad. 🖤


Weiter in die Südvorstadt. Die Läden machen auf und es zieht mich zur Buchhandlung Südvorstadt. Die sollen, laut der Webseite vom tollen Verlag Ankerwechsel, Bücher von eben jenem führen.

Von Ankerwechsel ist der großartige, alternative Stadtführer Hallo Leipzig und—neues Objekt meiner Begierde—das DIY-Handwerks-Plädoyer Das, was da ist vom in Leipzig ansässigen Illustrator Konrad Staisch.

Die Mitarbeiterinnen in der Buchhandlung Südvorstadt sind Zucker, aber leider haben sie das Buch nicht da und es ist wohl auch gerade vergriffen. Ich nehme stattdessen Wondrak und seine Freunde feiern Ostern von Janosch mit. Das wird neben der Gebrauchsanweisung Wien das nächste Buch für den allmorgendlichen Kaffee mit Katharina.


Absoluter Live-Hack, wenn man ein paar Stunden arbeitend totschlagen will: Stadtbibliothek! Gäste-Wifi mit 100 Mbps, Arbeitsplätze ohne Ende, Toiletten, Ruhe. Und man ist von Büchern umgeben! Starke Alternative zu Laptop-freundlichen Cafés oder Coworking-Spaces mit überteuerten Tagestarifen.


Zum Mittag gibt es einen leckeren Döner vom Habibi Bistro auf der Arthur Hoffmann. Ich weiß, ich weiß, für guten Döner muss ich eigentlich auf die Eisi, aber die war mir dann doch ein Stück zu weit weg. Döner mit Käse und Ayran für 7 €. Lecker! Brot dreieckig, Saucen deftig, Rotkohl klein geschnitten. Kannste nix sagen.


Auf einen Kaffee mit M ins Café Puschkin. Schön, dass es das noch gibt, und noch viel schöner, M mal wiederzusehen. Zu unseren Gesprächen fällt mir eine Textzeile aus In diesen Zeiten tanzen von Waving the Guns ein: Und schweren Themen auf der leichten Schulter. Wir sind tief eingestiegen, haben auch immer wieder gelacht und ich zumindest gehe mit der ein oder anderen Empfehlung und dem ein oder anderen Gedanken raus.


Runde zwei in der Stadtbibliothek.


Nach Feierabend noch einmal durch die Stadt schlendern. Schön, was noch alles da ist: Indian Palace, Comic Combo, das Spizz, Paunsdorf Center. Andere Sachen gibt es nicht mehr und wieder andere Dinge sind neu dazu gekommen. Bin ich „noch da“? Oder bin ich neu dazu gekommen? Auf jeden Fall bin ich nicht weg!


Ich wusste nicht, dass Siebter Himmel neben dem Laden im Belgischern in Köln auch eine Dependance in Leipzig hat! Grüße an S gehen raus!

Dort wurde ich dann schließlich auch noch fündig! Und hätte das ganze restliche Sortiment des Ladens gleich gern noch mit eingepackt.


Dann aber erst einmal Schlüsselübergabe mit C. Danke an sie und Brudi, die es möglich gemacht haben, dass ich jetzt stolzer Besitzer eines Schlüssels bin, der mir eine Leipzig Tür öffnet. Das ist ein wunderbares Gefühl!

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