Socken färben bei Cosmaki
Bei jedem meiner bisherigen Besuche des Machwerkhauses bin ich auch durch das Naturfärbe-Atelier Cosmaki geschlendert; einerseits weil die ausgestellten Textil-Unikate Lust auf Neuentdeckung machen, andererseits weil Betreiber Simon so ein herzlicher Gastgeber ist. Dieser Mix aus Design, Kunst und dem Gefühl, bei Freunden einzukehren, macht einfach Bock.
Heute wären wir fast vorbeigelaufen, weil Cosmaki und die Risografiewerkstatt rosh die Ladenflächen getauscht haben, durch die uns Simon auch gleich eine kleine Führung spendierte. Danach ging es mit dem Workshop los: Bundle Dye – Socken färben.

Wir bekamen eine kleine Einführung in das Verfahren, die Rohzutaten in großen Einmachgläsern, die konzentrierten Farbpigmente in Gewürzstreuern und inwieweit die Farben miteinander—aber auch mit Eisen, Soda und Essig—reagieren. Unterm Strich kann man das Resultat aber nur bedingt steuern, was ja auch den Reiz des Bundle-Dye-Verfahrens ausmacht: Färbemittel direkt auf Textil auftragen, zusammenrollen und -binden und ab in den Dampfgarer. Du kannst dir vielleicht vorstellen, dass da einiges dem Zufall überlassen werden muss. Simon nannte den Prozess chaotisch-kreativ
und nicht ergebnisorientiert
, was zumindest etwas das innere Kind in mir und meinen Mitfärbern J (der Workshop war ihr vorgezogenes Geburtstagsgeschenk) und A herauskitzeln konnte.

Nachdem wir unsere gefärbten Socken im Rolladen-Style zusammengebunden hatten und Simon sie für die nächsten 30 Minuten in den Dampfgarer verfrachtet hatte, konnten wir noch etwas über das Gelände stromern. Da heute der erste Machwerktag der Saison war—jeder erste Donnerstag von März bis Oktober, 16–20 Uhr—hatten auch andere Läden, wie rosh (mit den bunten Risografieerzeugnissen auch immer eine fantastische Anlaufstelle), freeters oder Draufgänger, geöffnet.
Die abgespülten Socken frisch aus dem Dampfgarer sahen schon einmal großartig aus und ich bin sehr gespannt auf das finale Ergebnis, wenn ich die Socken nächste Woche abhole. Simon berichtete uns noch von seinen anderen Projekten unterhalb der Cosmaki-Marke: Nachhaltig produziertes Merch für Musikerin Lea oder Kissenbezüge aus geretteten Hotel-Servietten. Er hat da eine richtig tolle Sache am Laufen und ich bin mir sicher, dass das nicht unser letzter Workshop bei ihm war.
Den Tag beendeten wir mit gottloser Völlerei im Trash. Top-Tag!